Frauenbewegung – immer noch ein Thema in der Gegenwart

Frauenbewegung – immer noch ein Thema in der Gegenwart

Beim Stöbern in einem Zeitungsladen habe ich zum ersten Mal die Zeitschrift Emma bewusst wahrgenommen. Ich habe Alice Schwarzer nie als Vertreterin meiner Generation empfunden und umso stellt sich mir im Nachhinein die Frage: Wie aktuell ist die Frauenbewegung in der Gegenwart?

Alice Schwarzer ist bereits seit über 40 Jahren als Journalistin tätig und der großen Mehrheit der Gesellschaft wohl insbesondere durch ihren Einsatz für die Frauenbewegung bekannt. Inspiriert von der Pariser Philosophin Simone de Beauvoir, machte Schwarzer deren Grundlagenwerk -Das andere Geschlecht- zur Ausgangsbasis einer neuen Frauenbewegung. Doch ist die Bilanz nach einem halben Jahrhundert Frauenbewegung beim näheren Hinsehen ernüchternd. Auf der einen Seite mag der Eindruck entstehen, es würden zunehmend wichtige Positionen in der Öffentlichkeit von Frauen übernommen. Doch der statistische Vergleich der Anzahl von Männern und Frauen in Führungspositionen lässt auf ein ganz anderes Bild schließen. Einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) aus dem Jahr 2011 zufolge stagniert der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft in den letzten Jahren bei 27 Prozent. Aus der Auswertung des DIW geht weiterhin hervor, dass 2010 in den 200 größten Unternehmen nur knapp 10,6 Prozent der Aufsichtsratspositionen von Frauen besetzt wurden. Bei den Vorstandspositionen waren es sogar nur 3,2 Prozent. Die Ergebnisse widersprechen deutlich dem Bild der emanzipierten, erfolgreichen Frau, dass so oft in der Öffentlichkeit proklamiert wird. Zwar steigt der Anteil an hochqualifizierten Frauen in der Gesellschaft zunehmend. Der starke Widerspruch resultiert jedoch vielmehr aus den politischen und sozialen Rahmenbedingungen, die es Frauen erheblich schwerer machen, Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen. Dem kann entgegengehalten werden, dass der Bund durch Maßnahmen wie den Vaterschaftsurlaub oder verschiedenen Betreuungsmöglichkeiten für Kinder am Arbeitsplatz, Frauen die Balance zwischen Arbeit und Familie erleichtern wollen. Jedoch sind diese Maßnahmen noch längst nicht ausreichend und eher als ein erster Schritt in die richtige Richtung zu werten.

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